Ostsee-Pipeline Umweltschützer warnen vor neuen Todeszonen
Montag 15.02.2010, 19:24Im April will das Konsortium Nord Stream mit dem Bau der Ostsee-Pipeline beginnen. Umweltschützer möchten das verhindern und ziehen vor Gericht.
Seit Jahren plant ein deutsch-russisches Firmenkonsortium eine 1200 Kilometer lange Pipeline quer durch die Ostsee. Nun liegen alle notwendigen Baugenehmigungen vor – doch die ökologischen Bedenken gegen Bau und Betreiben der Gasleitung sind längst nicht ausgeräumt.
Durch den Bau der Gas-Pipeline des Konsortiums Nord Stream werde die Ostsee weitaus stärker belastet, als in dem Planfeststellungsbeschluss des Bergamts Stralsund dargestellt werde, glauben WWF Deutschland und Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen von Nord Stream sind nach Ansicht der Umweltverbände nicht ausreichend.
Durch den Bau der Gas-Pipeline des Konsortiums Nord Stream werde die Ostsee weitaus stärker belastet, als in dem Planfeststellungsbeschluss des Bergamts Stralsund dargestellt werde, glauben WWF Deutschland und Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen von Nord Stream sind nach Ansicht der Umweltverbände nicht ausreichend.
„Die Bilanz zwischen verursachten Schäden und Kompensation muss ostseeweit gleich null sein“, fordert Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF. Bisher sind im deutschen Küstenbereich jedoch nur für 40 Prozent der Eingriffe in die Meeresumwelt Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Für die übrigen 60 Prozent fordert das Bergamt Stralsund Ausgleichszahlungen über lediglich 3,6 Millionen Euro. „Hier müssen Behörden und Betreiber substanziell nachbessern“, so Lamp.
Nord Stream Die geplante Ostsee-Pipeline verbindet Russland und die EU auf 1220 Kilometern Länge.
„Erhebliche Auswirkungen“
Die geplante Pipeline soll zwischen dem russischen Wyborg und dem deutschen Lubmin verlaufen. Der WWF fürchtet durch den Bau schwere Schäden am Ökosystem der Ostsee. Die Pipeline führt auf ihrer 1200 Kilometer langen Strecke durch mehrere EU-Naturschutzgebiete wie zum Beispiel das Riff an der Schwelle zwischen Greifswalder Bodden und Ostsee. Hier müsste für die Verlegeschiffe eine neue Fahrrinne gebaggert werden. Der abgetragene Meeresboden soll auf einer 400 Hektar großen Klappstelle vor Usedom ins Meer geschüttet werden. Nord Stream hat dem WWF zufolge anerkannt, dass sich diese Eingriffe erheblich auf das Ökosystem auswirken würden.
Des Weiteren würden nach Einschätzung des Naturschutzverbands durch die Baggerarbeiten rund 53 000 Tonnen Stickstoff und 12 000 Tonnen Phosphat, die sich im Meeresboden abgelagert haben, wieder in den Wasserkreislauf gelangen. „Im schlimmsten Fall drohen durch diese massive Überdüngung neue Todeszonen in der Ostsee“, warnt Jochen Lamp vom WWF. Am Grund der Ostsee werden außerdem chemische Waffen, Minen und andere Rückstände aus den beiden Weltkriegen vermutet. Die Entsorgung berge nach Ansicht des WWF erhebliche Gefahren für die Umwelt.
Eilverfahren soll Baubeginn stoppen
Vergangene Woche hatte die südfinnische Umweltbehörde die letzte noch ausstehende Genehmigung für das Nord-Stream-Projekt erteilt. Ein französisches Spezialunternehmen hat am Freitag mit der Verschiffung der ersten Rohrsegmente in ein Zwischenlager in Schweden begonnen. Der Bau der Pipeline soll im April beginnen. Um das zu verhindern, hat der BUND neben der gemeinsam mit dem WWF eingereichten Klage am Oberverwaltungsgericht Greifswald auch ein Eilverfahren beantragt, wie dessen Vizepräsident Michael Sauthoff mitteilte.
Die geplante Pipeline soll zwischen dem russischen Wyborg und dem deutschen Lubmin verlaufen. Der WWF fürchtet durch den Bau schwere Schäden am Ökosystem der Ostsee. Die Pipeline führt auf ihrer 1200 Kilometer langen Strecke durch mehrere EU-Naturschutzgebiete wie zum Beispiel das Riff an der Schwelle zwischen Greifswalder Bodden und Ostsee. Hier müsste für die Verlegeschiffe eine neue Fahrrinne gebaggert werden. Der abgetragene Meeresboden soll auf einer 400 Hektar großen Klappstelle vor Usedom ins Meer geschüttet werden. Nord Stream hat dem WWF zufolge anerkannt, dass sich diese Eingriffe erheblich auf das Ökosystem auswirken würden.
Des Weiteren würden nach Einschätzung des Naturschutzverbands durch die Baggerarbeiten rund 53 000 Tonnen Stickstoff und 12 000 Tonnen Phosphat, die sich im Meeresboden abgelagert haben, wieder in den Wasserkreislauf gelangen. „Im schlimmsten Fall drohen durch diese massive Überdüngung neue Todeszonen in der Ostsee“, warnt Jochen Lamp vom WWF. Am Grund der Ostsee werden außerdem chemische Waffen, Minen und andere Rückstände aus den beiden Weltkriegen vermutet. Die Entsorgung berge nach Ansicht des WWF erhebliche Gefahren für die Umwelt.
Eilverfahren soll Baubeginn stoppen
Vergangene Woche hatte die südfinnische Umweltbehörde die letzte noch ausstehende Genehmigung für das Nord-Stream-Projekt erteilt. Ein französisches Spezialunternehmen hat am Freitag mit der Verschiffung der ersten Rohrsegmente in ein Zwischenlager in Schweden begonnen. Der Bau der Pipeline soll im April beginnen. Um das zu verhindern, hat der BUND neben der gemeinsam mit dem WWF eingereichten Klage am Oberverwaltungsgericht Greifswald auch ein Eilverfahren beantragt, wie dessen Vizepräsident Michael Sauthoff mitteilte.
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von Freund_der_Freiheit
Umweltschützer werden langsam zur Plage. Es gibt bald kein größeres Projekt, gegen das sie nicht protestieren. Dabei geht es ihnen primär nicht um den angeblichen Schutz der Natur, sondern um den Selbsterhalt ihrer Organisationen. Ähnlich dem alten Beamtenmotto: "Verwalten und sich selbst erhalten" läuft hier die Arbeits- und Geldbeschaffung auf Kosten Aller nach dem Grundsatz: "Protestieren und sich selbst erhalten". Antwort schreiben
von Furzkissen | 08.03.2010, 10:05
Ich möchte mal wissen was sie dazu sagen, wenn man ihnen die Pipeline durch den Garten legt oder gar dafür ihr Haus abreissen würden. Aber so wie ich das sehe, würden sie das auch noch gut heißen. Wenn wir die Natur schädigen, schädigen wir uns.
von mamate
Öl kann auch mit Schienen und einzelnen Öltanks transportiert werden. Pipelines können undicht werden, gerade in unbewohnten Gegenden unbemerkt. Nein, sage ich als Biologiestudent 2 Semester bis zum Diplom Antwort schreiben
von Sardonicus | 17.02.2010, 10:08
haben Sie noch genügend Zeit, ein Semester VWL zu hören. Vielleicht nützt es was.
von wibi40
...zu dauerhaften Schäden am Ökosystem Ostsee führen. Das war und ist den Betreibern sowie der Bundesregierung relativ egal, denn man bekommt ja direkt Gas und später auch Öl - durch eine zweite Pipeline - aus Russland geliefert. Diese Tatsache wischt leider mal wieder alle Umweltaspekte weg. Antwort schreiben
von akitos winterwelt
Es ist schon eine merkwürdige Art des Menschen, alles zu bagatellisieren wenn es um die Bequemlichkeit geht. Solange er einen Vorteil hat, ist ihm alles andere egal. Ob es der letzte Baum ist den er verbrennt, ob es ein Tier ist das man aufschneiden muß um zu sehen wie es funktioniert, ob es Atomfässer sind die irgendwo verbuddelt werden, er hat immer einen Grund. Antwort schreiben
von Sardonicus | 16.02.2010, 10:48
hat der Mensch auch immer einen Grund zu mäkeln.
von Gsaelzbaer
die Brent Spar erinnern, als nach den damaligen Aussagen und Protestaktionen von Greenpeace mindestens die Welt untergehen sollte, wenn die Plattform versenkt worde wäre. Hinterher hat sich alles als große Desinformationspolitik udn als großer Fake von Greenpeace herausgestellt. So ähnlich kommt mir das jetzt auch wieder vor. Antwort schreiben
von runner65
Die Pipelines durch Ukraine, Weissrussland usw. sind wegen der ständigen Streitigkeiten unsicher. Ich möchte mal die Protestierer hören, wenn -in einem Winter wie diesem- dann plötzlich das Haus kalt bleibt. Die sogenannten Umweltschützer malen ständig irgendwelche Katastrofenszenarien, die dann nie eintreten, während die Vermeidungsstrategien empfindliche Nachteile mit sich bringen. Antwort schreiben
von ThomasHempel
das sieht man in Deutschland doch daran das auch neue Kohlekraftwerke gebaut werden die viel schmutziger sind als die alten, auch wenn man immer das Gegenteil gern behauptet. Antwort schreiben
von Rob
Entweder wollen wir weiterhin im Winter nicht frieren, Strom aus der Steckdse haben oder eben nicht! Jedenfalls mit dieser Gaspipline wird der Umwelt weniger geschadet als mit der CO2 Versenkung unter der Erde! Antwort schreiben
von fritze0815
Es wäre ein Wunder, wenn nicht sofort Gegner einer Idee zur Stelle wären.Nach dem Motto: Wer ist dafür das wir dagegen sind. Antwort schreiben
von Sebastian
Die neue Ergas-Pipeline ist auf jeden Fall eine ernste Gefahr für das ökologisch-wirtschaftliche Gleichgewicht auf den Konten der Erdöl-Industrie / Importeure. Die Umweltorganisationen haben nicht nur einen Einfluss auf die Gerichte, sondern auch auf den Verbraucher, eine solche Macht lässt sich leider nicht nur im Sinne der Umwelt nutzen... Antwort schreiben
von Gast
wahrscheinlich die gleichen Leute, die auch die CO2-Lüge propagieren und nun im Härtewinter 2010 was von vermindertem Golfstrom quaseln. Natürlich stellt die Verlegung einen Eingriff dar, aber die Minitrasse wird in kurzer Zeit wieder von der Natur besiedelt werden. Und was angebliche Freisetzungen von N und P angeht. Da sollen die mal lieber in Polen aktiv werden und moderne Kläranlage fordern. Antwort schreiben
von Bernd
daß sich die Menschen mit aller Macht selbst vernichten wollen! Bildung und Weisheit hat man weit hinter sich gelassen. Es geht mit voller Kraft gegen die Wand! Man kann nur noch auf die Krieger des Herzens hoffen. Die Regenbogenkrieger! Vielleicht können es die Indigenen Völker für uns ja noch schaffen! Antwort schreiben
von Sardonicus | 16.02.2010, 08:54
sollten Sie mehr Mathe- und Physikbücher lesen statt esoterischen Quatsch? Manchmal zweifle ich an der Tatsache, dass dieses Volk einen Goethe, Humboldt oder Planck hervorgebracht hat.
von johne
Endlich geht es los mit bauen. Schon gibt es wieder Bedenkenträger. Es ist ein Segen für Deutschland,auch für Rußland. So kann auch wieder echte Freundschaft werden.Denn einer braucht den anderen.Außerdem ist Gas gut für die Natur. Doch die Quereler sind einfach gegen alles und fühlen sich noch im Recht. Antwort schreiben
von manlom
Es sind immer wieder die gleichen Organisationen die durch Spektakuläre Panikmache Geld in Ihre Kassen spülen wollen. Den in diesen Organisationen arbeitenden Leuten geht es nicht um die Notwendigkeiten der Menschen sondern nur um fundamentales verhindern. Kein Wunder wenn in unserer Wirtschaft und gut bezahle Arbeitsplätzen immer weniger werden. Antwort schreiben
von Realo
In unserer Nachbarschaft befand sich ein leeres, plattes Grundstück mit nichts drauf. Nach 10 Jahren war alles zugewuchert und das ohne das irgend jemand eine "Ausgleichsmaßnahme" oder was auch immer durchgeführt hat. Die Natur hat einfach ihren Lauf genommen. Soviel zu der Aussage man kann doch kein zehntaused Jahre altes Naturschutzgebiet dem Geld opfern. In zehn und nicht erst zehntausend Jahr Antwort schreiben
von Stephan59
Die Ostsee ist ein einmaliges aber auch sehr gefährdetes Ökusystem mit einer artenreiche Fauna und Flora. Wann werden die Menschen verstehen, dass mit dieser Pipeline, die immense Gefahren birgt, wirtschaftliche Vorteile auf Kosten der Natur erbeutet werden? Man kann doch nicht zehntausende Jahre alte Naturgebiete kurzfristigem Mammon opfern! Antwort schreiben
von Qualle | 15.02.2010, 21:26
...die Ostsee ist ein Brackwassergewässer - eine Mischung aus Süss- & Salzwasser. An Arten sind solche Gewässer sehr arm! Die wenigen Arten die in dieser "Mischwelt" existieren können sind allerdings auch entsprechend selten.
von nichtmehrtaufrisch
ohne Spuren können wir nicht auf dieser Welt leben. Die Aktion des Einspruches halte ich für ein Beispiel der Verschlechterung des Standortes Deutschland. Die Ausgleichszahlungen werden sich in den Gaspreisen wiederfinden. Antwort schreiben
von shlomka
Manche Menschen sind wirklich gegen alles. Diese Pipeline ist ein Segen für Deutschland. Sie schafft Versorgungssicherheit, und ermöglicht die Mindernutzung von schmutziger Kohle, sowie den Verzicht auf tausende von LKWs im Transport. Aber den sogenannten Umweltschützern kann man es nie Recht machen. Diese brauchen selbst Strom, fliegen und Urlaub und heizen mit Gas. Gleichzeitig wird gegen Flughäfen, AKWs und Gaspipelines demonstriert. Antwort schreiben
von batman62 | 06.04.2010, 14:26
Damit machen wir uns zu 80% von Russland abhängig. ich halte das nicht für einen Segen sondern für ein Schiksal, das man hätte abwenden können und müssen!
von Hugin
...vor der "Erderwärmung" gewarmt. Deren Daten haben sich als Fälschung herausgestellt, der IPCC-Professor Jones hat zugegeben, daß sich seit mindestens 1995 nichts mehr erwärmte - und die tatsächliche "Klimakatastrophe" können wir draussen in Form von klirrendem Frost und Tonnen von Schnee bewundern. Bitte geht weg mit solchen "Umweltschützern", hier geht es nur ums liebe Geld! Antwort schreiben
von jottemmvdo
müsste doch allen Umweltpolitischen Maßnahmen entsprechen, denn seinerzeit hatte dieser Herr Schröder, welch ein Zufall, jetzt ist er dafür in dem Vorstand?Oder?? Und die Grünen haben sicherlich seinerzeit auch nichts dagegen gehabt. Dann ist doch Umweltmäßig geregelt wurden. Also dürften von Seiten der Grünen keine Umweltschäden zu befürchten sein. Oder? Antwort schreiben