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Am Bauernhof wird es bunt | Borkener Zeitung - Ascheberg
 







Am Bauernhof wird es bunt

Anke Knoke-Kahner hat bereits einen Entwurf zum Projekt am Bauernhof St. Georg in der Osterbauer erstellt.
Anke Knoke-Kahner hat bereits einen Entwurf zum Projekt am Bauernhof St. Georg in der Osterbauer erstellt.


Ascheberg - 22 Menschen mit Assistenzbedarf wohnen und leben auf dem Bauernhof St. Georg in der Ascheberger Osterbauerschaft. Zu ihnen gesellen sich 17 Bewohner aus drei Außenwohngruppen. Gemeinsam bewirtschaften sie den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen mästen Schweine, unterhalten Hühner, Kaninchen, Enten, Gänse und mit Zwerg-Zebus sowie Emus auch exotische Tiere. Ihr Arbeiten läuft nach klaren Plänen in bekannten Strukturen ab. Schwieriger ist es schon, die Menschen zwischen 20 und 70 Jahren in ihrer Freizeit gemeinsam zu beschäftigen. Weil die Interessen unterschiedlich sind, gehen sie oft getrennte Wege.

Der Bauernhof ist allerdings in Ascheberg und bei den Menschen dort verwurzelt. Kindergartengruppen und Schulklassen steuern die Einrichtung für Feste an. Dort werden sie von Mitarbeitern und Bewohnern beköstigt. Das Miteinander im Dorf wird auch durch den Stand auf dem Wochenmarkt deutlich. Hier verkaufen Mitarbeiter und Bewohner Produkte, die auf dem Hof hergestellt werden.


Das Angebot der Gelsenwasser AG, Generationenprojekte zu fördern, brachte die Mitarbeiter des Bauernhofes auf die Idee, eine Initiative für die Freizeit mit Hilfe von außen zu starten. Anke Knoke-Kahner, eine bildende Künstlerin aus Ottmarsbocholt hat viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Assistenzbedarf. Sie hat zahlreiche Projekte - zuletzt etwa an der Burg-Schule Davensberg - geleitet. Jetzt will sie mit den Bewohnern Kunstwerke rund um das Thema Wasser gestalten. Es sollen farbige Skulpturen aus Holz entworfen und gestaltet werden, die den kleinen See am Hof verschönern. Entstehen soll auch ein „Wasser-Kreislauf-Lehrpfad“. Möglich ist das Projekt für alle Generationen des Hofes nur, weil Gelsenwasser es mit 2500 Euro sponsert. Weitere Finanzhilfen und Spenden sind gerne gesehen, genauso dürfen sich ehrenamtliche Helfer aus dem Dorf beteiligen.

Anke Knoke-Kahner nutzte jetzt die Kaffeezeit, um den Bewohnern das Projekt vorzustellen. Eigentlich wollte sie per Beamer bunte Entwürfe zeigen. Am Ende war sie ein bisschen froh, dass die Technik nicht mitgespielt hatte. Denn allein die Projektidee verlieh der Phantasie einiger Bewohner Flügel. So wurde vorgeschlagen, das Ungeheuer von Lochness in dem See heimisch werden zu lassen. Weil der heilige Georg mit Drachen zu tun hatte, kam diese Idee bei der Künstlerin an. Gleiches gilt für das Anliegen, mit den Kunstwerken Geld für Spenden zu verdienen - aktuell hatten die Bewohner Haiti im Kopf.

Entstehen sollen die Kunstwerke in der Freizeit, also werktags nach der Arbeit oder am Wochenende. Jörg Stratmann, der das Projekt ausgearbeitet hat, erhofft sich durch die bunten Werke, die auffallen, auch ein positives Feedback, welches die Bewohner stärkt. Ziel ist es, bis zum Erntedankfest mit der Aktion fertig zu sein. Wer Interesse hat, das Projekt ehrenamtlich zu unterstützen, wird gebeten, sich bei Koordinatorin Monika Kehrenberg ( ' 0 25 93 / 9 57 30) zu melden.

VON THEO HEITBAUM, ASCHEBERG

04 · 03 · 10



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